01. September 2011 10:20 Uhr

Rechtzeitig auf die biologische Uhr blicken / Frauenärzte der GenoGyn: AMH-Test bei spätem Kinderwunsch

Köln (ots) – Besonders gebildete, beruflich erfolgreiche Frauen verlagern ihren Kinderwunsch immer weiter nach hinten: Heute hat etwajedes vierte Neugeborene in Deutschland eine Mutter über 35 Jahre. “Persönliche Lebensplanung und Erfolgsmeldungen der Reproduktionsmedizin führen häufig dazu, das Ticken der biologischen Uhr zu ignorieren”, sagt Dr. med. Dipl.-Psych. Bernhard Stölzle Vorstandsmitglied der Ärztlichen Genossenschaft GenoGyn und verweist auf die Bedeutung des Anti-Müller-Hormons (AMH), dessen Menge im Blutder Frau eine zuverlässige Abschätzung ihrer Fruchtbarkeit und quasi einen Blick auf ihre biologische Uhr ermögliche.

Der Gynäkologe aus Bad Neuenahr-Ahrweiler: “Dieser Marker für die ovarielle Funktionsreserve der Frau beantwortet die Fragen: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, noch schwanger zu werden? Lohnen sich kostspielige Techniken der Reproduktionsmedizin?” Er empfiehlt Frauenmit Kinderwunsch ab dem 30. Lebensjahr, besonders ab 35, ihren Fertilitätsstatus mit dem AMH-Bluttest prüfen zu lassen. Der Test (individuelle Gesundheitsleistung samt Laborkosten etwa 45 Euro) gibtauch Auskunft, wie lange ein Kinderwunsch im Einzelfall eventuell noch hinausgezögert werden kann.

Laut Dr. Stölzle besteht ein direkter Zusammenhang von AMH-Spiegelund der Funktion der Eierstöcke – je niedriger der AMH-Spiegel, destogeringer die Anzahl reifungsfähiger Eizellen. AMH-Werte zwischen 1,0 und 8,0 Mikrogramm pro Liter gelten als Normalwerte für fertile Frauen.

Bereits mit dem 30. Lebensjahr nimmt die Wahrscheinlichkeit ab, schwanger zu werden, ab 35 sinkt sie auf die Hälfte. Gleichwohl ist der Anteil der Frauen, die jenseits der 40 erstmals Mutter werden, meistens dank reproduktionsmedizinischer Hilfestellungen, heute fünf Mal höher als Anfang der 1990er-Jahre. “Solche Erfolgsmeldungen verleiten dazu, den Kinderwunsch zu weit hinauszuschieben”, warnt Stölzle. Zudem überschätze etwa jede zweite Frau die Zeitspanne ihrerFruchtbarkeit, die anders als die Lebenserwartung nicht länger werde.Ein AMH-Test könne Fehleinschätzungen vorbeugen.

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