29. Februar 2012 22:20 Uhr

Neue OZ: Kommentar zu Arbeitsmarktzahlen

Osnabrück (ots) – Kein Ruhekissen

Gründlich nach Gefahrenstellen gesucht und nichts gefunden – fast schon entschuldigend klingt diese Erklärung der Bundesagentur für dieanhaltend positiven Daten vom Arbeitsmarkt. In großen Teilen Europas herrscht Krisenstimmung und in manchen Regionen sogar Perspektivlosigkeit für die junge Generation. In Deutschland dagegen ist immer mehr vom Fachkräftemangel die Rede.

Auch an diesem krassen Unterschied zeigt sich, dass die deutsche Wirtschaft gut mit dem Euro zurechtkommt und sich der Kampf um den Erhalt der Gemeinschaftswährung für die ökonomisch stärkste Nation Europas auszahlt. Dass die Bundesrepublik schwächere Partner bis zu einem gewissen Grad mitzieht, liegt also in ihrem eigenen Interesse.

Doch der Euro birgt natürlich auch Gefahren für den deutschen Arbeitsmarkt, nämlich dann, wenn die Kosten seiner Rettung zu hoch werden. Das Beispiel Griechenland sollte Warnung genug sein.

Hinsehen muss man auch beim Thema Inflation. Zieht das teure Öl den Verbrauchern noch mehr Geld aus der Tasche, dürfte es mit der robusten Binnenkonjunktur bald vorbei sein. Das würde spürbar auf denheimischen Arbeitsmarkt durchschlagen. Daher ist auch Augenmaß in denTarifrunden 2012 geboten. Es muss darum gehen, den Arbeitnehmer als Konsumenten bei Laune und zugleich die Kosten seiner Beschäftigung imverträglichen Rahmen zu halten. Ein Ruhekissen sind die glänzenden Arbeitsmarktdaten also nicht.

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